{"id":3823,"date":"2016-03-16T15:09:03","date_gmt":"2016-03-16T13:09:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3823"},"modified":"2016-03-24T13:03:09","modified_gmt":"2016-03-24T11:03:09","slug":"apache-junction-band-2-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3823","title":{"rendered":"Apache Junction, Band 2 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3824\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Apache-Junction-2.jpg\" alt=\"Apache Junction, Band 2 (Splitter)\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Apache-Junction-2.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Apache-Junction-2-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Waffenhandel zahlt sich vielleicht aus, ist aber brandgef\u00e4hrlich. Vor allem, wenn man sich in einem Kriegsgebiet darauf einl\u00e4sst. Diese Erfahrung musste der schurkische Bill Bentley machen, der hinter der Kulisse eines harmlosen Familienmenschen im mexikanischen Grenzgebiet die aufst\u00e4ndischen Apachen um den entflohenen Chiricahua Schwarzer Wolf mit Waffen versorgt. Dabei tritt er seinen Auftraggebern einmal wohl doch etwas zu nahe, denn der Kurier Roy Clinton, der auf dem Weg nach Fort Bowie ist, findet ihn \u00fcbel zugerichtet und ziemlich tot auf und kommt auch selbst unter Beschuss. Bei Bentleys Ehefrau Ann und deren zwei Kinder wird er zun\u00e4chst gesundgepflegt, muss aber bald feststellen, dass die liebe Ann mindestens genauso tief im Waffensumpf steckt wie ihr Mann \u2013 denn die Apachen unter Schwarzer Wolf greifen die Farm an und fordern ihre Ware. Ann behauptet zu wissen, wo die kostbare Fracht abgeblieben ist, und l\u00e4sst sich auf den Deal ein, Schwarzer Wolf und seine Mannen zum fraglichen Ort zu f\u00fchren \u2013 wenn die aufgebrachten Indianer sie daf\u00fcr leben lassen.<\/p>\n<p>Gesagt, getan, und um der Sache etwas Nachdruck zu verleihen, schnappen die Aufst\u00e4ndischen sich die Bentley-Kinder Mary und John mitsamt Clinton als Geisel, die Schwarzer Wolf unter F\u00fchrung seines Adjutanten Chatto auf eine abenteuerliche Reise durch die Steppe in Richtung seiner im Niemandsland lagernden Truppen schickt. Zu allem \u00dcberfluss macht sich auch noch Captain Owen mit seinen Spie\u00dfgesellen auf die Fersen der Waffenschieber, um seinen Anteil an den schmutzigen Gesch\u00e4ften einzutreiben und den entflohenen Schwarzer Wolf dingfest zu machen. Denn eigentlich waren es die unter dem Anschein von Gesetzesh\u00fctern agierenden Outlaws, die Bill auf dem Gewissen haben und darauf z\u00e4hlen, dass man den Apachen die Schuld in die Mokassins schieben wird, was auch famos gelingt. So entspinnt sich eine Hetzjagd durch die Pr\u00e4rie, als in den Ausl\u00e4ufern des Peralta-Canyons die F\u00e4hrte des Trupps um Schwarzer Wolf und Ann von den \u201eLangmessern\u201c der Kavallerie aufgesp\u00fcrt wird. Die bringen den Scout der Blaur\u00f6cke um und lenken die Soldaten mit einem n\u00e4chtlichen Ausweichman\u00f6ver um den Terrapin-Pass von ihrer Spur ab.<\/p>\n<p>Wie aus dem Nichts gesellt sich pl\u00f6tzlich der fl\u00fcchtige Geronimo zu den M\u00e4nnern von Schwarzer Wolf und predigt die g\u00f6ttliche Mission, gegen die Bleichgesichter zu k\u00e4mpfen, bis sie aus Apacheria vertrieben sind. Gleichzeitig erreicht Chattos Stosstrupp mit den Bentley-Kindern und Clinton hinter der Grenze zu Mexiko den Canon de los Embudos, eine verlassene Gegend, in der sich Schwarzer Wolfs Sippe versteckt h\u00e4lt. Der \u00c4lteste Gian-Nan-Tah vertraut Clinton, der ja selbst ein Verwandter Schwarzer Wolfs ist und aus freien St\u00fccken unter den Bleichgesichtern wohnt, womit die gr\u00f6\u00dfte Gefahr erst einmal gebannt ist. Aber dann verkompliziert sich die Lage: Clinton trifft auf seine Jugendliebe Nes-Chila, f\u00fcr die er ganz offensichtlich noch Gef\u00fchle hegt, als pl\u00f6tzlich mexikanische Rurales das Lager angreifen. Und auch f\u00fcr Ann spitzt sich die Lage immer mehr zu, als sie es unter einem Vorwand schafft, unter Aufsicht die Stadt Apache Junction zu besuchen, um dort Hinweise auf die Waffen zu bekommen. Das geht geh\u00f6rig schief, der ihr zugeordnete Bewacher Chinche stirbt, und die Stadtbewohner verfolgen den Planwagen, weil sie den Braten irgendwie gerochen haben\u2026<\/p>\n<p>Auch im zweiten Kapitel seiner Western-Saga brilliert Peter Nuyten (<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1612\" target=\"_blank\">HIER unser Interview mit ihm<\/a>, das wir anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung des ersten Bandes gef\u00fchrt haben) auf den Spuren von Girauds Blueberry: knorrige Antihelden mit nicht immer moralisch einwandfreien Motivationen treffen in spektakul\u00e4r gestalteten, gerne in Pastellt\u00f6nen gehaltenen gro\u00dfformatigen Landschaftspanoramen auf zwielichtige Gegner \u2013 und in dieser Episode ganz besonders auch auf die unaufhaltsame Macht der Geschichte. Denn <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1557\" target=\"_blank\">waren es in Band 1<\/a> noch eher die verbrecherischen Machenschaften der wei\u00dfen Eroberer, die Nuyten in den Mittelpunkt seiner realistischen Auslegung des Western-Mythos stellte, ist es nun die Zeitenwende, die Clinton offen thematisiert: die alte Freiheit, nach der sich die Chiricahuas zur\u00fccksehen und die Geronimo vollmundig verspricht, wird es schlichtweg nie mehr geben.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sorgen die Heerscharen der Siedler, Gesch\u00e4ftemacher und auch die Kavallerie, die alle unter einem \u00e4u\u00dferst d\u00fcnnen moralischen Deckmantel r\u00fccksichtslos ihren Vorteil verfolgen. Auch Clinton ist ganz und gar kein strahlender Held: seine Verflossene Nes-Chila hat er offenbar schn\u00f6de sitzen lassen, als er sich f\u00fcr ein Leben unter den Wei\u00dfen entschieden hat. Als Opfer erscheinen symbolisch in erster Linie die beiden Kinder, die ver\u00e4ngstigt zum Spielball der Kontrahenten werden und belegen, dass wahre Unbescholtenheit in dieser rauen Welt keine Chance hat. Optisch wie schon Band 1 atemberaubend, detailreich, filmisch, wie in lebendig gewordener Sergio-Leone-Streifen, voller Stoppelb\u00e4rte, Schlapph\u00fcten und Sombreros, Schluchten, Pumas und Schlagen. Auch wenn die erz\u00e4hlerische Dichte nicht \u00fcberall durchgehalten wird, erleben wir eine packende, realistische Western-Saga, deren drittem Teil wir freudig entgegensehen. Splitter legt den Band in sch\u00f6ner Aufmachung mit einem ausf\u00fchrlichen Nachwort mit historischen Fotografien auf, die belegen, wie akribisch Nuyten sich am <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3396\" target=\"_blank\">wahren \u201ewilden\u201c<\/a> Westen orientiert. (hb)<\/p>\n<p>Apache Junction, Band 2: Schatten im Wind<br \/>\nText &amp; Bilder: Peter Nuyten<br \/>\n64 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-86869-735-3<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3823\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3823\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Apache Junction, Band 2 (Splitter) &raquo; Comicleser #Apache Junction #Peter Nuyten #Schatten im  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waffenhandel zahlt sich vielleicht aus, ist aber brandgef\u00e4hrlich. Vor allem, wenn man sich in einem Kriegsgebiet darauf einl\u00e4sst. 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