{"id":3557,"date":"2016-01-07T16:27:53","date_gmt":"2016-01-07T14:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3557"},"modified":"2018-10-30T14:11:56","modified_gmt":"2018-10-30T12:11:56","slug":"casey-ruggles-band-1-bocola","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3557","title":{"rendered":"Casey Ruggles, Band 1 (Bocola)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3558\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Casey-Ruggles-1_320.jpg\" alt=\"Casey Ruggles, Band 1 (Bocola)\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Casey-Ruggles-1_320.jpg 320w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Casey-Ruggles-1_320-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Goldgr\u00e4berstimmung in Kalifornien! Seit der Pr\u00e4sident im Jahr 1849 die Berichte \u00fcber Goldfunde best\u00e4tigt, bereiten sich tausende Gl\u00fccksritter auf den langen Treck vor, der auf \u00fcber 2000 Meilen Gefahren f\u00fcr Leib und Leben birgt. Um die Reise zu \u00fcberleben, braucht man einen erfahrenen Anf\u00fchrer, und wer w\u00e4re daf\u00fcr besser geeignet als Casey Ruggles, der im Krieg mit den Mexikanern als Offizier gedient hat und die Gegend somit wie seine Westentasche kennt. In Boston l\u00e4sst er sich von dem Schweizer Hans Hassenfeffer und seiner Tochter Chris als Anf\u00fchrer anheuern, um eine bunte Horde von Abenteurern sicher durch Gebirge, W\u00fcste, die Sierra bis hin nach Kalifornien zu f\u00fchren. Aber schon vor dem Aufbruch gibt es \u00c4rger: Caseys alter Feind Bolt riecht Lunte und bringt Ruggles eine schwere Verletzung bei, die er bei der mysteri\u00f6sen Lilli Fontaine auskuriert. Die kocht ihr ganz eigenes S\u00fcppchen und folgt aus h\u00f6chst individuellen Beweggr\u00fcnden ebenfalls der Wagenkolonne, als diese sich endlich in Bewegung setzt.<\/p>\n<p>Nach handgreiflichen Auseinandersetzungen mit Banditen und kleineren Reisemisslichkeiten (so etwa explodiert die Lokomotive des Zuges, mit dem die Mannschaft unterwegs ist) rettet Ruggles in St. Louis einen kleinen Indianerjungen, dessen Eltern von schie\u00dfw\u00fctigen Wei\u00dfen umgebracht werden, worauf sich der Waisenknabe mit Namen Kit Fox ebenfalls seiner Expedition anschlie\u00dft. In den Weiten der Pr\u00e4rie, im Territorium der Osagen-Indianer, beginnen dann die wirklichen Gefahren: nachdem der Trupp Bolts, der sich an die Fersen von Ruggles geheftet hat, ein Indianerdorf \u00fcberf\u00e4llt, machen die Ureinwohner Jagd auf alle Wei\u00dfen, die ihre Region gerade durchziehen. Vor dem Hintergrund dieser Bedrohung macht Lilli mit Casey gemeinsame Sache, gemeinsam verschanzen sich die Gehetzten in einem verlassenen Au\u00dfenposten, w\u00e4hrend Bolt \u2013 von seinen ehemaligen Kumpanen vertrieben \u2013 zu den Indianern \u00fcberl\u00e4uft und den Angriff auf die Wei\u00dfen leitet. Aber Casey entkommt nat\u00fcrlich auch aus dieser Bredouille und f\u00fchrt sein Sch\u00e4rflein weiter, durch Wind, Wetter, B\u00fcffelstampeden, Galgenstricken wie der Grifty-Bande, vorbei an Fort Laramie bis hin zu den gro\u00dfen Salzw\u00fcsten und der High Sierra, wo es dann zur Katastrophe kommt: im harschen Wintereinbruch grassiert die Cholera, der auch Lilli zum Opfer f\u00e4llt\u2026<\/p>\n<p>Der umtriebige Bocola-Verlag, Spezialist f\u00fcr Erst- oder Neuausgaben vorwiegend historischer Comics und Romane, poliert nach \u201aLance\u2018 mit der Serie um den Pionier Casey Ruggles ein weiteres Juwel des Westerncomics aus der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1318\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Feder von Warren Tufts<\/a> auf \u2013 und das in der gewohnt hochwertigen, liebevollen Aufmachung. Die Abenteuer von Casey Ruggles erschienen ab dem 22. Mai 1949 zun\u00e4chst in farbigen \u201ehalf-page\u201c-Format in den Sonntagszeitungen, was Tufts aufgrund des gro\u00dfen Erfolges dann ab 19. September 1949 noch um einen t\u00e4glichen, k\u00fcrzeren Strip in schwarz\/wei\u00df erg\u00e4nzte. Die Handlung der langlebigen Serie, die bis 1954 von Tufts geschrieben und gezeichnet wurde, entfaltete sich dabei wie im Zeitungsstrip \u00fcblich fortlaufend und endete pro Episode in einem kleinen oder auch gr\u00f6\u00dferen Cliffhanger, wie das Publikum dies aus den Serials der 30er Jahre ja bestens kannte (Caseys \u00dcberleben im brennenden Au\u00dfenposten z.B. erinnert stark an eine \u00e4hnliche Episode aus dem Serial \u201aZorro Rides Again\u2018 von 1937).<\/p>\n<p>Die Grundidee des Trecks quer durch Amerika von Boston nach Kalifornien er\u00f6ffnete dabei ein schier unersch\u00f6pfliches Reservoir f\u00fcr Verwicklungen und Gefahren \u2013 von Naturgewalten \u00fcber Krankheiten bis hin zu \u00dcberf\u00e4llen durch wilde Tiere, Gangster und Indianer durfte sich Casey mit allem herumschlagen, was das Herz begehrt \u2013 wobei Tufts im Gegenteil zu seiner sp\u00e4teren Serie \u201aLance\u2018, wo der Krieg gegen Mexiko breiten Raum einnimmt, die politische Gro\u00dfwetterlage weitgehend ausspart. An diese Stelle tritt allerdings eine nur noch erstaunlich zu nennende Detailgenauigkeit: Waffen (einzelne Colt-Modelle), Landschaften (Fort Laramie, Court House Rock, die Sierras), Gef\u00e4hrte und Kleidung erscheinen aufs Akribischste historisch exakt gezeichnet, so dass die explosiven Erlebnisse immer in einen historischen Kontext eingebettet sind. Daf\u00fcr sorgen auch die wiederholte Erw\u00e4hnung historisch verb\u00fcrgter Ereignisse wie etwa des Schicksals der Donner-Expedition, die in den Sierras vom Schnee eingeschlossen ihre eigenen Toten verspeisen musste.<\/p>\n<p>Casey selbst erscheint dabei wie eine Mischung aus <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3392\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prinz Eisenherz<\/a>, Errol Flynn und John Wayne, zwar idealistisch und heldenhaft, aber keinesfalls nur strahlender Gutmensch: er braust gerne auf, kommandiert kompromisslos und zeigt sich sowohl an der braven, blonden Chris und der schwarzhaarigen femme fatale Lilli (zwei symbolische Frauenfiguren, die fast schon ein Versatzst\u00fcck der Abenteuerliteratur sind) interessiert. Die ausladenden Landschaftsdarstellungen, dynamischen K\u00f6rperstudien (teilweise im Stile eines Alex Raymond in \u201aFlash Gordon\u2018) und rasanten Verfolgungsjagden sind insbesondere auf den farbigen Sonntagsseiten enorm aufwendig gestaltet, w\u00e4hrend die Tages-Strips aufgrund der geringen Arbeitszeit naturgem\u00e4\u00df einfacher gehalten sind. An der vorliegenden Ausgabe gef\u00e4llt vor allem die werkgetreue, fein restaurierte Reproduktion der Half-Pages und der Dailies, die chronologisch sortiert ein atemloses Lesevergn\u00fcgen bieten, dem wir hoffentlich noch lange folgen d\u00fcrfen: Band 1 endet mit der Sonntagsseite vom 08.01.1950, womit noch viele Abenteuer von Casey auf uns warten. (hb)<\/p>\n<p>Casey Ruggles, Band 1: Aufbruch (1949-1950)<br \/>\nText &amp; Bilder: Warren Tufts<br \/>\n80 Seiten in Farbe und schwarz-wei\u00df, Hardcover, Querformat<br \/>\nBocola Verlag<br \/>\n19,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-939625-81-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3557\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3557\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Casey Ruggles, Band 1 (Bocola) &raquo; Comicleser #Aufbruch #Bocola #Casey Ruggles #Gesamtausgabe  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goldgr\u00e4berstimmung in Kalifornien! 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