{"id":3487,"date":"2015-12-17T16:34:35","date_gmt":"2015-12-17T14:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3487"},"modified":"2015-12-18T19:29:09","modified_gmt":"2015-12-18T17:29:09","slug":"fight-club-2-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3487","title":{"rendered":"Fight Club 2, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3488\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fight-Club-2-1.jpg\" alt=\"Fight Club 2, Band 1 (Splitter)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fight-Club-2-1.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Fight-Club-2-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Tyler Durden lebt. Dieser Titel ist Programm. Denn den Kollegen kennen wir nat\u00fcrlich bestens als rabiaten Kumpel der (namenlosen!) Hauptfigur, die zuerst im Roman und dann auch in der zum Kultfilm avancierten Kinoadaption zur Behandlung seiner Schlaflosigkeit zun\u00e4chst Selbsthilfegruppen von Sterbenskranken aufsucht und zu einem Club st\u00f6\u00dft, in dem die Mitglieder sich windelweich schlagen, um so ihre M\u00e4nnlichkeit zu beweisen. Nebenbei stellt Durden Seife aus menschlichem Fett her und ruft auch noch zu terroristischen Akten rund um die Welt auf \u2013 seine Gruppe von \u201eWeltraumaffen\u201c soll im \u201eProjekt Chaos\u201c die Grundfesten der Zivilisation ersch\u00fcttern. Im damals durchaus aufsehenerregenden Showdown stellte sich dann heraus, dass Durden nichts anderes als die Inkarnation der gespaltenen Pers\u00f6nlichkeit des Protagonisten ist\/war\/sein wird. Denn auch \u2013 und hier setzt Chuck Palahniuk, seines Zeichens Autor der Romanvorlage, an \u2013 wenn der jetzt als Sebastian lebende Herr ein an der Oberfl\u00e4che kleinb\u00fcrgerliches Leben f\u00fchrt, brodelt seine anarchische Seite weiter.<\/p>\n<p>Seine Frau Marla, mit der er einen kleinen Sohn hat, zeigt sich durchaus gelangweilt von ihrem Mann \u2013 allzu fasziniert war sie von dem Psychopathen, in den sie sich doch einst verliebt hatte. Die Ehe ist langweilig, man steht vor der Trennung, Marla folgt vor lauter \u00d6de den Internet-Suchen ihres Mannes und landet bei einer Selbsthilfegruppe von Kindern, die unter dem Hutchinson-Gilford-Syndrom \u2013 also vorzeitiges Altern \u2013 leiden. Aber wenn es nicht mehr funkt, l\u00e4sst sich ja einfach Abhilfe schaffen: Marla manipuliert kurzerhand den Medikamentenmix, der die innersten Z\u00fcge des angepassten Sebastian im Zaum h\u00e4lt, und erhofft sich damit ein wenig mehr Feuer. Das erreicht sie auch \u2013 kaum \u00fcberraschend tritt bald darauf Tyler Durden auf den Plan, und eine w\u00fcste Achterbahnfahrt aus Gewalt, Exzessen und Absonderlichkeiten beginnt. Das Haus von Sebastian und Marla explodiert, die gefundene Kinderleiche ist nur vermeintlich ihr Sohn, der von dem neu gegr\u00fcndeten \u201eProjekt Chaos\u201c entf\u00fchrt wird. Sebastian schlie\u00dft sich der Truppe seinerseits an, die in s\u00e4mtliche modernen Terrorschaupl\u00e4tze verwickelt ist und gerne auch mal ein islamistisches Attentat durchf\u00fchrt. Marla ihrerseits schnappt sich ihre Methusalem-Kinder-Freunde und zieht mit ihnen durch alle Krisenherde der Welt \u2013 Dakar, Somalia, Kongo und andere sch\u00f6ne Orte \u2013 um ihren ultimativen Kick zu finden. In diesem Chaos entstehen auch wieder die Fight Clubs, in denen Tyler seine gewaltsame Herrschaft zementiert und grausam auslebt. Und Sebastians Sohn beginnt in akuter Lebensgefahr zu schweben\u2026<\/p>\n<p>War schon der Palahniuk-Roman ein typisches Produkt der 90er, in dem Fragen wie verlorene Identit\u00e4t, Mannsein und Sozialisierung behandelt wurden, fristete die Verfilmung an der Kinokasse trotz der Meisterhand von David Fincher und Starbesetzung mit einem gest\u00e4hlten Brad Pitt und einer komplett durchgeknallten Helena Bonham-Carter eher ein Mauerbl\u00fcmchendasein. Erst auf DVD erreichte das symboltr\u00e4chtige Epos Kultstatus, den es bis heute nicht mehr losgeworden ist. Kaum verwunderlich also, dass Comicfan Palahniuk die Geschichte des Protagonisten irgendwann weiterspinnen wollte \u2013 was er wie <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2811\" target=\"_blank\">Joss Whedon mit Buffy<\/a> nicht auf der Kinoleinwand, sondern erst einmal als Comicserie tat, die im Original bei Dark Horse erscheint. An heftigen Szenen, Abseitigkeiten und Brutalit\u00e4t stehen Tylers neue Eskapaden dem ersten Ausritt in keinster Weise nach: da wird gepr\u00fcgelt, get\u00f6tet und beschimpft, dass es eine Art hat.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mangelt es an dem entscheidenden Plot Twist, der die psychedelischen Geschehnisse im Original pl\u00f6tzlich erkl\u00e4rlich machte, und die eine oder andere Idee scheint gezielt verst\u00f6rend lanciert \u2013 aber durch die Dreingabe der mindestens ebenso wahnwitzigen Marla, die gewisserma\u00dfen als verzerrte \u00dcbersteigerung der als Ehe institutionalisierten \u00d6dnis und dem Drang nach Leidenschaft erscheint, erzeugt Palahniuk auch in Teil 2 einen alptraumhaften Reigen, der sich allerdings ohne Kenntnis der Grundgeschichte kaum erschlie\u00dfen d\u00fcrfte. <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3362\" target=\"_blank\">Eisner<\/a>-Award-Preistr\u00e4ger Cameron Stewart bringt die Story in eher abstrahierte, teilweise fast schon cartoonartige Panels, in denen das spritzende Blut oder auch Sebastians Drogen die Texte und Bilder bisweilen \u00fcberlagert und die nicht sp\u00e4rlich ges\u00e4ten Schockelemente \u00f6fters drastisch zum Tragen kommen. Starker Tobak, was die Sch\u00f6pfer allerdings ganz bewusst in Kauf nehmen. Ach ja, und Seife machen sie auch wieder. Der vorliegende Band enth\u00e4lt die US-Original-Hefte 1-5, erg\u00e4nzt durch eine Galerie mit den Covers, die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1321\" target=\"_blank\">David Mack<\/a> besorgte. (hb)<\/p>\n<p>Fight Club 2, Band 1: Tyler Durden lebt<br \/>\nText: Chuck Palahniuk<br \/>\nBilder: Cameron Stewart<br \/>\n144 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n22,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-171-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3487\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3487\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Fight Club 2, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Cameron Stewart #Chuck Palahniuk #Dark Horse # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tyler Durden lebt. Dieser Titel ist Programm. Denn den Kollegen kennen wir nat\u00fcrlich bestens als rabiaten Kumpel der (namenlosen!) 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