{"id":3481,"date":"2015-12-16T13:07:44","date_gmt":"2015-12-16T11:07:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3481"},"modified":"2015-12-16T13:13:05","modified_gmt":"2015-12-16T11:13:05","slug":"van-helsing-vs-jack-the-ripper-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3481","title":{"rendered":"Van Helsing vs. Jack the Ripper (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3482\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Van-Helsing-vs-Jack-The-Ripper.jpg\" alt=\"Van Helsing vs. Jack the Ripper (Splitter)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Van-Helsing-vs-Jack-The-Ripper.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Van-Helsing-vs-Jack-The-Ripper-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Vampirj\u00e4ger haben\u2018s auch nicht leicht. Das bekommt der vielleicht bekannteste dieser Sorte, Abraham van Helsing, schmerzhaft zu sp\u00fcren. Seit jener Nacht in den Karpaten, als er dem F\u00fcrsten der Dunkelheit h\u00f6chstselbst den Garaus machte, ist er nicht mehr derselbe. Verfolgt von unheilsdr\u00e4uenden Worten, die ihm <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2487\" target=\"_blank\">Dracula<\/a> kurz vor seinem gewaltsamen Ableben ins Ohr fl\u00fcsterte, findet er seinen Weg nicht mehr ins Leben zur\u00fcck. Er d\u00e4mmert in seiner Wohnung in London vor sich hin, betreut von seinem Butler, der auch die Dienste der pl\u00f6tzlich verschwundenen K\u00f6chin \u00fcbernimmt. Seine Schlaflosigkeit bek\u00e4mpft er mit Morphium, das ihn immer fester umklammert, als pl\u00f6tzlich ein alter Bekannter anklopft: Inspektor Abberline von der H-Division bei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2233\" target=\"_blank\">Scotland Yard<\/a> ist nicht verborgen geblieben, dass der doch so brillante Kopf van Helsing in die Depression abzurutschen droht. Abberline schl\u00e4gt van Helsing nicht ganz uneigenn\u00fctzig vor, ihn bei den Ermittlungen zu einer Mordserie zu unterst\u00fctzen, die den Yard vor ein R\u00e4tsel stellt. In Whitechapel werden immer wieder Prostituierte gefunden, die zunehmend grausam zugerichtet werden, w\u00e4hrend der T\u00e4ter sich mit provozierenden Briefen bei der Polizei meldet, unterzeichnet mit Jack und dem Absender From Hell. Abberlines Plan geht zumindest anfangs auf: van Helsing st\u00fcrzt sich mit wachsendem Enthusiasmus in den Fall, begleitet Abberline auf Spurensuche an den Tatorten und beginnt auch eigene Ermittlungen im Prostituierten-Milieu.<\/p>\n<p>Das leichte M\u00e4dchen Millwood, das ihm erz\u00e4hlt, sie habe den Mord an Elizabeth Stride beobachtet, landet kurz darauf schwer verletzt selbst im Krankenhaus. Abberline und van Helsing k\u00f6nnen nicht verhindern, dass die vielversprechende Zeugin trotz Polizeischutz im Krankenbett ermordet wird und der T\u00e4ter vor den Augen aller Beteiligten entkommt. Die Hinweise verdichten sich zunehmend, dass man es mit einem Fall von schwerer Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung zu tun haben muss: die einerseits k\u00fchl \u00fcberlegte, andererseits animalisch-brutale Vorgehensweise des Rippers legt den beiden Fahndern, nicht zuletzt inspiriert durch den Besuch einer Theaterauff\u00fchrung des neuen Schauer-Spektakels Dr. Jekyll und Mr. Hyde, nahe, dass der T\u00e4ter durchaus ein schizophrener Charakter sein k\u00f6nnte, der von seinen Taten bewusst gar nichts mitbekommt. Aber welche Rolle spielen dann die mysteri\u00f6sen Rosen, die der T\u00e4ter auf den Leichen drapiert? Und wieso entgeht er seinen Verfolgern immer wieder? Da beschleicht van Helsing, best\u00e4rkt durch seltsame Verhaltensweisen seines Butlers, ein furchtbarer Verdacht: hatte Dracula etwa Recht mit seinen letzten Worten, van Helsing sei vom gleichen Schlag wie er und werde seine wahre, finstere\u00a0Natur bald erkennen? Hat er mit den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1217\" target=\"_blank\">Whitechapel-Morden<\/a> vielleicht viel mehr zu tun, als er selbst in seinen f\u00fcrchterlichsten Alptr\u00e4umen ahnt\u2026?<\/p>\n<p>Jacques Lamontagne (Die Druiden, Pik As, beide ebenfalls bei Splitter) f\u00fcgt der mittlerweile sehr ausgedehnten, fiktiven Weiterentwicklung des sp\u00e4tviktorianischen Erz\u00e4hlkosmos, den vor allem <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=900\" target=\"_blank\">Sylvain Corduri\u00e9<\/a> mit seinen ureigenen Sherlock-Holmes-Stories (<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3403\" target=\"_blank\">Sherlock Holmes Society<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2552\" target=\"_blank\">Crime Alleys<\/a> etc.) bereichert, eine weitere Facette hinzu. Dabei gelingt es ihm, dem mittlerweile in der Tat mehrfach verarbeiteten urbanen Mythos des ersten medial begleiteten modernen Massenm\u00f6rders Jack the Ripper (u.a. zu studieren in <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1217\" target=\"_blank\">Francois Debois\u2018 Fassung<\/a>) nochmals neue Aspekte abzugewinnen. Hierzu verwendet er den Kunstgriff, den schon <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3137\" target=\"_blank\">Stan Lee<\/a> in seinem von Superhelden bev\u00f6lkerten, realistischen New York entwickelte und den auch Corduri\u00e9 konsequent nutzt: Bewohner eigentlich unterschiedlicher fiktiver Welten treffen vor dem realen Hintergrund ihrer Heimatstadt aufeinander. So kooperiert im <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3144\" target=\"_blank\">viktorianischen London<\/a> ganz folgerichtigerweise der (reale, fiktiv oft verarbeitete) Abberline mit dem (fiktiven, aber zeitgleich angesiedelten) van Helsing, der mit ihm zusammen eine Auff\u00fchrung der Theaterfassung des damaligen Stra\u00dfenfegers von Robert Louis Stevenson besucht, sich der H\u00e4me der Presse ausgesetzt sieht (die seine <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2574\" target=\"_blank\">Vampirjagd<\/a> nat\u00fcrlich als Spinnerei abtut) und auch absurde Theorien verwerfen muss, wie etwa die, dass John Merrick der M\u00f6rder sei (dieses als Elefantenmensch bekannte, bedauerliche Gesch\u00f6pf sei sicherlich furchteinfl\u00f6\u00dfend, aber kaum zu bestialischen Morden f\u00e4hig, referiert er).<\/p>\n<p>Neben dieser Verkn\u00fcpfung von realen und literarischen Figuren vor einem realistisch skizzierten Hintergrund (wieder einmal sehen wir die Tower Bridge als Baustelle, die sogar einen wichtigen Schauplatz abgibt) \u00fcberzeugt Lamontagne vor allem durch eine unglaublich fesselnde Handlungsf\u00fchrung, in der getreu dem Detektiv-Muster eines <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=410\" target=\"_blank\">Sherlock Holmes<\/a> mehr und mehr Indizien gesammelt werden, bis diese sich zur einer zwar unwahrscheinlichen, aber einzig m\u00f6glichen Hypothese zusammenf\u00fcgen. Und gerade als wir als Leser denken, das Geschehen endlich durchschaut zu haben, kommt uns Lamontagne mit gleich mehreren massiven Plot Twists, die die Ereignisse in ein g\u00e4nzlich neues Licht r\u00fccken und f\u00fcr atemlose Spannung allenthalben sorgen. Ein weiterer Reiz besteht in der Kombination zweier zeichnerischer Stile: Sinisa Radovic inszeniert den ersten Band noch in eher franko-belgischer Art, mit atmosph\u00e4rischen, leicht stilisierten, immer detailreichen Zeichnungen, w\u00e4hrend Bill Reinhold seine ausgedehnte Erfahrung im Superhelden-Metier (u.a. bei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=622\" target=\"_blank\">Green Lantern<\/a>, Jack of <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2508\" target=\"_blank\">Fables<\/a>, Punisher, Spider-Man und Superman) sichtlich einflie\u00dfen l\u00e4sst, wodurch Teil 2 eher an moderne Superhero-Abenteuer erinnern als an die europ\u00e4ische Schule. So entsteht ein inhaltlich und gestalterisch faszinierender Reigen, der in der vorliegenden <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?tag=double\" target=\"_blank\">Splitter Double-Edition<\/a> komplett mit den Original-B\u00e4nden 1 (\u201eTu As Vu Le Diable\u201c von 2012) und 2 (\u201eLa Belle de Cr\u00e9cy\u201c von 2015) zusammengefasst erscheint. Gottlob mussten wir nicht drei Jahre auf die Aufl\u00f6sung warten! (hb)<\/p>\n<p>Van Helsing vs. Jack the Ripper<br \/>\nText: Jacques Lamontagne<br \/>\nBilder: Sinisa Radovic, Bill Reinhold<br \/>\n96 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n29,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-260-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3481\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3481\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Van Helsing vs. Jack the Ripper (Splitter) &raquo; Comicleser #Bill Reinhold #Double #Jacques Lamo [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vampirj\u00e4ger haben\u2018s auch nicht leicht. Das bekommt der vielleicht bekannteste dieser Sorte, Abraham van Helsing, schmerzhaft zu sp\u00fcren. 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