{"id":3325,"date":"2015-11-02T14:20:17","date_gmt":"2015-11-02T12:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325"},"modified":"2015-11-02T14:21:53","modified_gmt":"2015-11-02T12:21:53","slug":"asterix-band-36-egmont","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325","title":{"rendered":"Asterix, Band 36 (Egmont)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3326\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Asterix-36.jpg\" alt=\"Asterix, Band 36 (Egmont)\" width=\"299\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Asterix-36.jpg 299w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Asterix-36-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/p>\n<p>Julius C\u00e4sars Ego, das ist hinl\u00e4nglich bekannt, ist mindestens genauso gro\u00df, wie das Reich, \u00fcber das er herrscht. So ist es nicht verwunderlich, dass er beschlie\u00dft, seine glorreichen Taten in Gallien \u2013 sprich Eroberungen \u2013 in Form eines Buchs niederzuschreiben. W\u00e4re da nicht die peinliche Episode in Aremorica mit den unbeugsamen Galliern, die den potentiellen Bestseller verhindert. C\u00e4sars Berater Syndicus schl\u00e4gt daher in aller Dreistigkeit vor, besagten Passus einfach zu streichen und dar\u00fcber den Mantel des Vergessens auszubreiten. Doch bei den Schreibern gibt es eine undichte Stelle. Der Papyrus mit den selbst zensierten Stellen gelangt so an den Aktivisten Polemix, der sich damit sofort in Richtung gallisches Dorf aufmacht. Dort angekommen beschlie\u00dft man, das Wissen um den Papyrus weiterzugeben, also von Mund zu Ohr, und begibt sich dazu in den Karnutenwald. Davon bekommt wiederum Syndicus Wind, und um zu verhindern, dass das geschieht und dass Julius (wie ihn Majestix stets herrlich despektierlich nennt) davon erf\u00e4hrt, reist er kurzentschlossen mit seiner R\u00f6mer-Entourage selbst in Richtung Aremorica, um die Angelegenheit zu kl\u00e4ren und aus der Welt zu schaffen\u2026<\/p>\n<p>Asterix-Geschichten m\u00fcssen sich traditionell an enge Konventionen halten. Die k\u00f6nnen f\u00fcr den Autor Segen und Fluch zugleich sein. Segen deshalb, weil Teile der Story, seien es Motive oder Running Gags, wie die traditionelle Piraten Episode (die bekannte Parodie an den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2421\" target=\"_blank\">Roten Korsaren<\/a>) oder diverse Textzeilen (\u201eDie spinnen, die R\u00f6mer\u201c oder \u201e Dick, wer ist hier dick\u201c) bereits vorgegeben sind und Fluch, weil man all diese bekannten Elementen noch in eine m\u00f6glichst originelle und stimmige Story einbinden muss, ohne repetitiv zu wirken. Dazu kommen noch die beiden Ebenen in der Handlung, die einmal junge Leser (die lustigen Funny-Zeichnungen und die humorvolle Handlung) und zum anderen Erwachsene (Wikileaks-Chef Julian Assange stand f\u00fcr Polemix Pate, die Entstehung von C\u00e4sars \u201aDe Bello Gallico&#8216; \u2013 welcher uns in der Schule so einiges an Kopfzerbrechen bereitete) gleicherma\u00dfen ansprechen. Goscinny beherrschte beides wie kein anderer und wird deshalb auf ewig der Chef im Asterix-Olymp sein, wohingegen Uderzo dies vor allem gegen Ende seiner Karriere als Alleinverantwortlicher schmerzlichst und str\u00e4flichst vernachl\u00e4ssigte. Und dabei \u2013 nicht nur bei mir \u2013 massiv an Ansehen einb\u00fc\u00dfte. Dieses hat er sich inzwischen weitgehend wieder zur\u00fcckgeholt, da er den Mumm hatte, seine Serie in Dritth\u00e4nde abzugeben. Uderzo ist im wohl verdienten Ruhestand, sein Asterix lebt weiter, wie \u00fcbrigens auch Lucky Luke (aber im Gegensatz zu <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1094\" target=\"_blank\">Tim und Struppi<\/a>), und mit Band 36: \u201aDer Papyrus des C\u00e4sar\u2019 liegt nun bereits das zweite Abenteuer des neuen Kreativteams Ferri und Conrad vor.<\/p>\n<p>Verschlug es die Gallier in \u201aAsterix bei den Pikten\u2019 (5,4 Millionen verkaufte Exemplare!) noch nach Schottland \u2013 eine willkommene Gelegenheit, die \u00f6rtlichen Gepflogenheiten und Sitten auf die Schippe zu nehmen, was in der Serie seit jeher auch Tradition hat \u2013 bleibt man im neuen Band in der Heimat, wodurch die Macher quasi gezwungen sind, den Fokus auf eine starke Story zu legen. Was auch gelingt. Die Geschichte ist gut durchdacht, immer humorvoll, auch hintergr\u00fcndig und wird schl\u00fcssig zu Ende gebracht. Und alles, was einen Asterix ausmacht, ist vorhanden und gut darin eingebunden, ohne als Fremdk\u00f6rper zu wirken. Und Neues erg\u00e4nzt: der Gag mit den Brieftauben wird konsequent durchgezogen und variiert. Die typischen Spr\u00fcche sind da, die liebgewonnenen Auseinandersetzungen zwischen den Dorfbewohnern (hier verst\u00e4rkt zwischen Majestix und seiner resoluten Gattin Gutemine) und die monumentale Keilerei mit den R\u00f6mern ebenfalls. Das Bonmot am Ende ist dann sogar ein richtiger Goscinny-Moment \u2013 im doppelten Sinne des Wortes! Neben all diesen wiederkehrenden Elementen m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch die Zeichnungen stimmen. Der Stil ist durch Meister Uderzo vorgegeben und wird von Conrad verbl\u00fcffend genau getroffen. F\u00fcr Unwissende w\u00e4re der Zeichnerwechsel nicht erkennbar. Auch die Farbgebung ist wie immer. Und das ist auch gut so. Wer Conrad mal ohne Konventionen und im eigenen Stil erleben will, dem sei seine geniale Reihe \u201aHelden ohne Skrupel\u2018 (dt. bei Carlsen und Finix) w\u00e4rmstens empfohlen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend stellen wir erfreut fest, dass sich das neue Kreativ-Duo im Asterix-Universum zusehends wohl f\u00fchlt, sich auf die altehrw\u00fcrdigen St\u00e4rken der Reihe besinnt und dabei immer standfester und sicherer wirkt. Und die Leser gleich mit. Was dazu f\u00fchrt, dass man sich endlich mal wieder auf neue Asterix-Geschichten freuen kann, ohne bei deren Lekt\u00fcre in wehm\u00fctige Nostalgie zu verfallen. (bw)<\/p>\n<p>Asterix, Band 36: Der Papyrus des C\u00e4sar<br \/>\nText: Jean-Yves Ferri<br \/>\nBilder: Didier Conrad<br \/>\n48 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nEgmont Comic Collection<br \/>\n12 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-7704-3890-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3325\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Asterix, Band 36 (Egmont) &raquo; Comicleser #Albert Uderzo #Asterix #Der Papyrus des C\u00e4sar #Didi [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julius C\u00e4sars Ego, das ist hinl\u00e4nglich bekannt, ist mindestens genauso gro\u00df, wie das Reich, \u00fcber das er herrscht. 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