{"id":3319,"date":"2015-10-29T09:46:14","date_gmt":"2015-10-29T07:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3319"},"modified":"2015-12-18T19:30:22","modified_gmt":"2015-12-18T17:30:22","slug":"polar-band-1-popcom","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3319","title":{"rendered":"Polar, Band 1 (Popcom)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3320\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Polar-1.jpg\" alt=\"Polar, Band 1 (Popcom)\" width=\"380\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Polar-1.jpg 380w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Polar-1-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/p>\n<p>Black Kaiser. Er war der Beste seiner Zunft. Der beste Agent. Der beste Killer. Deshalb hat er \u00fcberlebt. Jetzt genie\u00dft der Mann mit der Augenklappe seinen Ruhestand einsam in den Bergen und im Schnee (wie das so viele Ex-Killer offenbar gerne tun) irgendwo in Skandinavien. Er mag zwar gealtert sein, doch seine Sinne und sein Mi\u00dftrauen sind noch hellwach. Weshalb er auch einem feisten, wohl organisierten Anschlag entkommt und seine Widersacher gnadenlos pl\u00e4ttet. Auf der Suche nach den Hinterm\u00e4nnern f\u00fchrt die Spur ausgerechnet zu Damocles, der Geheimorganisation, f\u00fcr die er in seiner aktiven Zeit t\u00e4tig war. Deren Chefin ist nun die offenbar ebenso t\u00f6dliche Vian. Und die will ihn um jeden Preis tot sehen. Ihr Handlanger, ein ultrafieser Folterknecht, dem sowohl Namen als auch Gewissen fehlen, scheint dabei auch Erfolg zu haben. Denn Kaiser passt einmal nicht auf und wird geschnappt. Aber er w\u00e4re nicht der Beste gewesen, wenn er sich mit seinem Schicksal abg\u00e4be. So wartet er einen g\u00fcnstigen Moment zwischen zwei Foltersessions ab und flieht. Und sinnt auf Rache. Massive, blutige Rache\u2026<\/p>\n<p>Polar zelebriert und zitiert mit seinem minimalistischen, unterk\u00fchlten Stil nicht nur die (sp\u00e4teren) Arbeiten von Frank Miller oder Eduardo Risso (100 Bullets), sondern steht auch in der Tradition von Regisseuren wie Quentin Tarantino oder John Woo, in deren Oevre stylische Action einen festen Platz hat und der Handlung schon mal vorsteht. So wird auch in Polar das Motiv, das die Handlung ausl\u00f6st \u2013 warum Kaiser also get\u00f6tet werden soll \u2013 nur kurz abgehandelt und ehe man \u00fcber die Logik dahinter nachdenken kann, geht\u2019s weiter zum Showdown. Auch sonst steht Stil \u00fcber Story. Alleine die Anfangssequenz mit dem versuchten Attentat auf Kaiser nimmt fast 30 Seiten in Anspruch, wobei kaum Worte fallen. Action ist also Trumpf. Action und bildliche Szenenabfolgen, die keiner Worte ben\u00f6tigen. Victor Santos arbeitet dabei \u00e4u\u00dferst geschickt mit filmischen Techniken, wobei er teilweise mehrere stilsicher auf einer Seite unterbringt und kombiniert. So montiert er beispielsweise in schneller Schnittfolge unterschiedliche Handlungen gegeneinander und geht dabei zus\u00e4tzlich nach und nach in Gro\u00dfaufnahmen und Detail-Ausschnitte \u00fcber.<\/p>\n<p>Das Querformat, das hier folgerichtig beinahe als Kinoleinwand fungiert, unterstreicht noch einmal die filmischen Techniken. Santos geht sehr abwechslungsreich damit um, variiert ganzseitige Bilder mit mehreren oder gar vielen kleinen Panels, ohne aber den dynamischen Rhythmus zu verlieren. Dabei erinnern Sequenzen wie das Blutbad im Gef\u00e4ngnis, bei dem ganze Seiten an Blutspritzer den Vordergrund ausf\u00fcllen, an Frank Millers Sin City, 300 oder Holy Terror (ja, leider auch). Auch der \u00fcberlegte Einsatz von Rot als einzige Farbe, die nicht nur f\u00fcr Blut verwendet wird, passt zu Millers Werk. Trotzdem haben wir hier kein Imitat vorliegen. Zu viele Unterschiede im Zeichenstil, u.a. bei den Gesichtern, vermeiden dankbarerweise, dass man Santos mit Miller in eine Schublade steckt v.a. auch wenn man die Herkunft Polars als Webcomic bedenkt. Denn genau daf\u00fcr hatte Santos die Reihe urspr\u00fcnglich konzipiert. Und Polar erscheint noch immer zuerst im Netz. Hier fehlen jegliche Worte, keine Sprechblasen. Hier sprechen nur die Bilder (siehe auch die Bonus-Kurzgeschichte). F\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung auf Papier (und im Querformat) bei Dark Horse \u00fcberarbeitete Victor Santos die Seiten und f\u00fcgte Text, bzw. Sprechblasen hinzu, weshalb Web- und Printversion nicht identisch sind. Bei Dark Horse ist bereits ein zweiter Band erschienen, der dritte ist in Vorbereitung. (bw)<\/p>\n<p>Polar, Band 1: Der aus der K\u00e4lte kam<br \/>\nText &amp; Bilder: Victor Santos<br \/>\n168 Seiten in schwarz-wei\u00df-rot, Hardcover<br \/>\nPopcom<br \/>\n16 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-8420-1336-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3319\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3319\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Polar, Band 1 (Popcom) &raquo; Comicleser #Der aus der K\u00e4lte kam #Polar #Popcom #Querformat #Toky [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Black Kaiser. Er war der Beste seiner Zunft. Der beste Agent. Der beste Killer. Deshalb hat er \u00fcberlebt. 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