{"id":3081,"date":"2015-09-05T14:13:12","date_gmt":"2015-09-05T12:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3081"},"modified":"2015-09-05T14:19:21","modified_gmt":"2015-09-05T12:19:21","slug":"green-arrow-das-erste-jahr-panini","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3081","title":{"rendered":"Green Arrow: Das erste Jahr (Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3082\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Das-erste-Jahr.jpg\" alt=\"Green Arrow: Das erste Jahr (Panini)\" width=\"261\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Das-erste-Jahr.jpg 261w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Das-erste-Jahr-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/p>\n<p>Ungezogener, reicher Bengel, Milliard\u00e4r. Wird auf einsame Insel verschlagen, \u00fcbt sich dort notgedrungen in Survival in Form von Bogenschuss. Kehrt gel\u00e4utert zur\u00fcck und durchstreift seitdem heldenhaft in gr\u00fcnen Strumpfhosen seine Heimatstadt. Diese Entwicklung eines gewissen Oliver Queen vom verw\u00f6hnten Playboy zum modernen Robin Hood mit Namen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=535\" target=\"_blank\">Green Arrow<\/a> ist sattsam bekannt, seit er 1941 erstmals das Licht der Comicwelt erblickte. Wie fast alle Silver Age-Helden wurde er seitdem d\u00fcsterer, mit der Gr\u00fcnen Laterne \u00fcbte er als Hard Travelling Hero ernsthafte Sozialkritik, verfiel erst der hinrei\u00dfenden Blitzschwalbe, dann dem Alkohol und verlor schlie\u00dflich sein Verm\u00f6gen. Umso spannender also, wenn ein Gespann der G\u00fcte von Autor Andy Diggle (u.a. <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1321\" target=\"_blank\">Daredevil<\/a>, The Loosers) und Zeichner Jock (u.a. Batman, The Loosers)sich daran macht, die eigentlich weithin bekannte Origin von Green Arrow neu zu beleuchten.<\/p>\n<p>Rein inhaltlich h\u00e4lt man sich dabei an die bekannten Rahmenbedingungen: der junge Oliver Queen ist ein trunks\u00fcchtiger Schweren\u00f6ter, der den ultimativen Kick in Frauen, Alkohol und Spekulation sucht. Als sein Angestellter Hackett ihn widerwillig auf einen Bootstrip zu einer angeblichen Steueroase auf den Fidschi-Inseln mitnimmt, bekommt sein Leben die entscheidende Wendung: Hackett entpuppt sich als Verbrecher, der Queens Milliarden auf die Seite schaffen m\u00f6chte und sich den Waschlappen kurzerhand vom Hals schafft, indem er ihn ins Meer wirft. Anstelle zu ertrinken, strandet Queen auf einer Insel, auf der er alsbald \u00dcberreste eines Dorfes und Zeichen eines Massakers vorfindet. M\u00fchselig richtet sich der moderne Robinson ein, bastelt sich aus einer Autofederung einen behelfsm\u00e4\u00dfigen Bogen und fristet sein Dasein, das ihm pl\u00f6tzlich mit deutlich mehr Sinn erf\u00fcllt scheint als bislang.<\/p>\n<p>Als pl\u00f6tzlich schwerbewaffnete Halunken auf ihn Jagd machen, stellt er fest, dass die Insel alles andere als verlassen ist: ganz im Gegenteil hat die asiatische Rauschgiftk\u00f6nigin Chien Na-Wie (die Queen in Folge hartn\u00e4ckig China White nennt) dort im Schutze alter U-Boot-Bunker eine veritable Heroin-Fabrik aufgebaut, dazu die Bewohner versklavt und gemeinsame Sache mit diversen S\u00f6ldnern, darunter auch Queens alter \u201eFreund\u201c Hackett, gemacht. Der von Rachedurst getriebene Oliver konfrontiert Hackett, wird dabei schwer verletzt und von der versklavten, schwangeren Taiana gesund gepflegt. Noch berauscht vom schmerzbet\u00e4ubenden Opium, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: anstelle sich aus dem Staub zu machen, zieht er in den Krieg, um die Bewohner der Insel zu befreien \u2013 und vor allem Hackett und China White ordentlich einzuheizen\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_3086\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3086\" class=\"size-full wp-image-3086\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Year-One-HC.jpg\" alt=\"Nur 444 St\u00fcck: Das Variant zum Comicfestival in M\u00fcnchen\" width=\"227\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Year-One-HC.jpg 227w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Green-Arrow_Year-One-HC-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><p id=\"caption-attachment-3086\" class=\"wp-caption-text\">Nur 444 St\u00fcck: Das Variant zum Comicfestival in M\u00fcnchen<\/p><\/div>\n<p>Schon im Titel treten Diggle und Jock (im b\u00fcrgerlichen Leben Mark Simpson) ein schweres Erbe an, immerhin lieferte 1987 ein damals noch brillanter (aus heutiger Sicht unglaublich, oder?) Frank Miller mit Batman: Year One einen Meilenstein der Comicgeschichte ab, in dem er eine h\u00f6chst individuelle Neuerz\u00e4hlung der ersten Gehversuche von Bruce Wayne als Mitternachtsdetektiv in psychologisch faszinierenden Facetten ausbreitete. Im Gegensatz zur weitgehenden Neuinterpretation von Oliver Queens Insel-Exil in den H\u00e4nden von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2208\" target=\"_blank\">Jeff Lemire im \u201aGreen Arrow Megaband\u2018 2<\/a> (dort war die ganze Chose ja von Olivers l\u00e4ngst tot geglaubtem Vater absichtlich inszeniert) bel\u00e4sst Diggle die zentralen Koordinaten des Arrow-Universums unver\u00e4ndert, haucht ihnen aber ein realistisches, moderneres Leben ein: da erscheint der junge Queen als absolut unverantwortlicher Draufg\u00e4nger, der bei einer Spendengala schon auch mal im Vollsuff auf die B\u00fchne reihert, seine Sinnleere durch halsbrecherische Abenteuer zu \u00fcbert\u00fcnchen sucht und erst im \u00dcberlebenskampf im Urwald der Insel einen Funken Existenzberechtigung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Der Drogenentzug vom Opium, das ihm Taiana zur Linderung verabreicht und danach vorenth\u00e4lt, ger\u00e4t dabei zur Katharsis, in der der \u201ealte\u201c Oliver Queen endg\u00fcltig stirbt und dem neuen Green Arrow Platz macht, der den Unterdr\u00fcckten zu Hilfe eilt, auch wenn in Form seiner ebenfalls gestrandeten Yacht Rettung doch so einfach w\u00e4re. Dabei schlie\u00dft Diggle einige Logik-L\u00fccken der urspr\u00fcnglichen Story: auf seinen vielen Survival-Trips hat der verw\u00f6hnte Playboy gelernt, ums \u00dcberleben zu k\u00e4mpfen, sein Talent als Bogensch\u00fctze pflegte er schon als Kind, bevor er vom Weg abkam, und die Insel ist auf keiner Karte verzeichnet, weil die USA dort in den 50ern geheime Atombombentests durchf\u00fchrten. Die ersten Pfeile bastelt Ollie sich krude selbst und fabriziert dabei aus der Not heraus originelle Projektile wie einen knock out- oder einen Dynamit-Pfeil \u2013 diese Vielfalt an Pfeil-Gadgets wurde ja sp\u00e4ter zum Markenzeichen der Figur. Dass der Charakter ein kaum kaschierter Robin Hood ist, wird mehrfach direkt angesprochen (so auch im finalen Kniff Queens, mit dem er die ganze Bande auf einen Schlag kassiert) und kommt auch darin zum Ausdruck, dass Queen eingangs den Bogen von Howard Hill ersteigert, jenem Kunstsch\u00fctzen, der Errol Flynn 1938 im Hollywood-Klassiker \u201aThe Adventures of Robin Hood\u2018 von Michael Curtiz doubelte.<\/p>\n<p>Jocks leicht stilisierter, oft gro\u00dffl\u00e4chiger Zeichenstil transportiert den Inhalt kongenial, ob auf den Eingangsseiten bei einer Expedition ins ewige Eis oder in den in durchg\u00e4ngig gr\u00fcn gehaltenen Dschungel-Szenen. Mit Realismus wird auch bei den Zeichnungen nicht gespart, da zieht sich Queen einen offenen Armbruch zu und nagelt seine Widersacher buchst\u00e4blich fest. Besonders detailverliebt ist die langsame Zusammenstellung des endg\u00fcltigen Kost\u00fcms aus Fundsachen oder gerne auch mal Stiefeln, die Queen den Feinden kurzerhand entwendet. Der moderne Look der Figur mit Kapuze anstelle des klassischen J\u00e4gerh\u00fctchens (erstmals eingef\u00fchrt von Mike Grell in seinen legend\u00e4ren Runs der 80er Jahre) und auch die realistisch-d\u00fcstere Atmosph\u00e4re dieser Neuinterpretation beeinflusste die Macher der nach wie vor sehr erfolgreichen Arrow-Fernsehserie mehr als offenkundig (nicht umsonst hei\u00dft der beste Kumpel des Fernseh-Arrows Diggle!). Die vorliegende Band enth\u00e4lt die US-Miniserie \u201aGreen Arrow: Year One\u2018, die in den USA bereits 2007 erschien, in deutscher Erstver\u00f6ffentlichung. (hb)<\/p>\n<p>Green Arrow: Das erste Jahr<br \/>\nText: Andy Diggle<br \/>\nBilder: Jock<br \/>\n148 Seiten in Farbe, Softcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n14,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95798-478-4<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3081\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3081\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Green Arrow: Das erste Jahr (Panini) &raquo; Comicleser #Andy Diggle #Arrow #Das erste Jahr #DC #G [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungezogener, reicher Bengel, Milliard\u00e4r. Wird auf einsame Insel verschlagen, \u00fcbt sich dort notgedrungen in Survival in Form von Bogenschuss. Kehrt gel\u00e4utert zur\u00fcck und durchstreift seitdem heldenhaft in gr\u00fcnen Strumpfhosen seine Heimatstadt. 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