{"id":2661,"date":"2015-05-19T21:14:01","date_gmt":"2015-05-19T19:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2661"},"modified":"2015-05-20T08:42:01","modified_gmt":"2015-05-20T06:42:01","slug":"undertaker-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2661","title":{"rendered":"Undertaker, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2662\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Undertaker-1.jpg\" alt=\"Undertaker, Band 1 (Splitter)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Undertaker-1.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Undertaker-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Nicht nur (Revolver-) Helden und klassische Schurken brachte der Wilde Westen hervor, sondern auch kuriose Gestalten, die ihren zwielichtigen Gewerben nachgingen. Das waren beispielsweise Quacksalber, die mit gef\u00e4hrlichem Halbwissen gl\u00e4nzten und dubiose Wundermittel an Mann und Frau brachten, oder auch die Undertaker, die mit ihren schwarzen M\u00e4nteln und Zylindern gerne zum Aufr\u00e4umen kamen, wenn wieder mal einer (oder eine) eines unnat\u00fcrlichen Todes gestorben war, was ja durchaus der Tagesordnung entsprach. Beide Professionen kennen wir in Form schr\u00e4ger V\u00f6gel als Running Gags bei diversen Lucky Luke Episoden. Und letztere spielt nun die Hauptrolle in der neuen Western-Serie von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1178\" target=\"_blank\">Xavier Dorison<\/a> und Ralph Meyer.<\/p>\n<p>Jonas Crow hei\u00dft unser Undertaker, dem Aussehen nach mit seinen stechend blauen Augen eine gelungene Kreuzung aus Ur-Django Franco Nero und Henry Fondas Erzb\u00f6sewicht Frank aus \u201aSpiel mir das Lied vom Tod\u2018. Crow wird nach Anoki City gerufen, um einen gewissen Joe Cusco zu bestatten. Dort angekommen, ist er nicht wenig \u00fcberrascht, denn sein \u201aKunde\u2018 ist noch putzmunter (O-Ton Crow: \u201eUnd l\u00e4sst sich da was machen?\u201c). Denn der Misanthrop Cusco, todkrank und stinkreich \u2013 er beutete nicht nur seine Mine sondern auch die B\u00fcrger aus \u2013 plant seinen Tod erst f\u00fcr den Abend. Dazu schluckt er seine Goldnuggets, denn er m\u00f6chte das Verm\u00f6gen nicht teilen oder gar vererben, sondern mit ins Grab nehmen\u2026 F\u00fcr die Abwicklung der Beisetzung ist seine englische Buchhalterin Miss Prairie zust\u00e4ndig. Doch schon bald erfahren die B\u00fcrger von Anoki City von den besonderen \u201aGrabbeigaben\u2018 in Cuscos Magen und eine wilde Hetzjagd beginnt. Und Crow und Prairie k\u00f6nnen samt Totengr\u00e4ber-Kutsche mit dem Verblichenen gerade noch so entkommen\u2026 vorerst.<\/p>\n<p>Der Band beginnt recht witzig, denn Crow ist sich des (fehlenden) Ansehens seines Jobs durchaus bewusst und hat immer einen lockeren Spruch auf Lager. Dann adoptiert er auch noch einen kleinen Geier als Hausvogel \u2013 wie passend. Doch in Anoki City, als er auf das Ableben seines skurrilen Kunden wartet, wird schnell klar: er hat wohl einige Leichen im Keller. Sp\u00e4testens als er die Deputies des Sheriffs, der ihm langsam auf die Schliche kommt, gnadenlos und brutal abmurkst \u2013 der Gore-Faktor also zunimmt \u2013 mausert sich die Story in Richtung Italowestern. Und Crow vom lakonisch-ironischen Bestattungs-Unternehmer zum Genre-typischen Anti-Helden mit dunkler Vergangenheit. Bald wird auch klar, warum er mit dem Gewehr so virtuos umgeht wie David Garrett mit seiner Fidel. Neben Crow beleben weitere starke Charaktere den Band: die selbstsichere und pflichtbewusste Buchhalterin, der skurrile und erzunsympathische Cusco. Aber auch die chinesische Haush\u00e4lterin Miss Lin oder der Minenarbeiter George Hill, der sich auf der Suche nach Gold verschuldete und seine Familie durchbringen muss. So ist die Story quasi bis in die Nebenrollen durchweg gut besetzt.<\/p>\n<p>Dorison schrieb in der Vergangenheit bereits diverse herausragende Szenarien. Serien wie \u201aW.E.S.T.\u2018 (bei Piredda), <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=374\" target=\"_blank\">\u201aHeiligtum\u2018 (bei Spltter)<\/a>, \u201aDas Dritte Testament\u2018 oder \u201aLong John Silver\u2018 (beide bei Carlsen) zeichnen sich trotz unterschiedlichster Genres (aber alle mit Fantasy-Einschlag) durch originelle wie atmosph\u00e4risch dichte Geschichten aus. Und nach der ersten \u201aXIII Mystery\u2018 Episode (La Mangouste) und j\u00fcngst mit <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1178\" target=\"_blank\">\u201aAsgard\u2018 (als Splitter Double-Album)<\/a> arbeitet er bei \u201aUndertaker\u2018 erneut mit Ralph Meyer zusammen. Der wiederum wurde bei uns mit dem Dreiteiler \u201aT\u00f6dliches Wiegenlied\u2018 (bei Speed) bekannt und brillierte zuletzt bei Salleck in \u201aDie Schwarze Seite\u2018. Meyers realistische Zeichnungen passen in das Western-Genre wie die Faust aufs Auge. Sein Stil steht ganz in der Tradition von Jean Giraud (vgl. <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1612\" target=\"_blank\">Peter Nuytens<\/a> <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1557\" target=\"_blank\">Apache Junction<\/a>, Bouncer oder <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=496\" target=\"_blank\">Wanted<\/a>), ohne diesen jedoch zu kopieren. Die Zeichnung seiner Gesichter zeugt von Eleganz und das Schwarz, das dem Undertaker stets zugeordnet ist, sorgt f\u00fcr eine bedrohliche Aura. Farblich sch\u00f6pft man dankbarerweise nicht die unendlichen M\u00f6glichkeiten des Computers aus, sondern orientiert sich mit satten Farben ganz oldschool-m\u00e4\u00dfig ebenfalls an o.g. Tradition. Das alles macht den Auftaktband originell, unterhaltsam und abwechslungsreich \u2013 eine runde Sache also. Als Dreingabe gibt\u2018s noch einen Skizzenteil mit Charakterstudien und drei wunderbare ganzseitige Bilder. (bw)<\/p>\n<p>Undertaker, Band 1: Der Goldfresser<br \/>\nText: Xavier Dorison<br \/>\nBilder: Ralph Meyer<br \/>\n56 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-127-7<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D2661\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2661\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Undertaker, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Der Goldfresser #Ralph Meyer #Splitter #Undertak [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur (Revolver-) Helden und klassische Schurken brachte der Wilde Westen hervor, sondern auch kuriose Gestalten, die ihren zwielichtigen Gewerben nachgingen. 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