{"id":1335,"date":"2014-03-14T12:45:48","date_gmt":"2014-03-14T10:45:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1335"},"modified":"2014-03-14T12:45:48","modified_gmt":"2014-03-14T10:45:48","slug":"phantom-stranger-band-1-panini","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1335","title":{"rendered":"Phantom Stranger, Band 1 (Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1336\" alt=\"Phantom Stranger, Band 1\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Phantom-Stranger-1.jpg\" width=\"260\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Phantom-Stranger-1.jpg 260w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Phantom-Stranger-1-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p>Heimatloser Wanderer zwischen den Welten. Auf ewig Verdammter. Gottesm\u00f6rder. So richtig verlockend liest sich keine der Stellenbeschreibungen, die Phil Stark in seiner eigentlichen Inkarnation als Phantom Stranger auszuf\u00fchren hat. Genaues war \u00fcber die Herkunft der geheimnisvollen Gestalt nie bekannt, er geisterte schon seit 1952 durchs DC-Universum, orakelte in den eher Mystery-angehauchten Stories von Partnern wie Batman oder Swamp Thing und nahm sich immer wieder einmal verlorener Seelen an. Innerhalb der New 52 verpa\u00dfte DC dieser Figur schlie\u00dflich nicht nur eine eigene Serie, sondern bettete sie in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang ein: als Vorspiel auf die Trinity Wars tritt der Stranger immer \u00f6fter in Erscheinung und liefert dabei offenkundig Vorboten eines gr\u00f6\u00dferen Unheils.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst aber l\u00fcften die Autoren Dan DiDio und J.M. deMatteis das R\u00e4tsel um die Herkunft des Fremden: eine unfa\u00dfbare S\u00fcnde hat er begangen, wollte sich daf\u00fcr erh\u00e4ngen, landet aber lediglich vor dem Rat der Ewigkeit und wird mit zwei anderen Angeklagten \u2013 The Question und Pandora, stellt sich bald heraus \u2013 dazu verdammt, verlorenen Seelen zu helfen, diese dabei aber unweigerlich auch zu verraten: so verlangt es eine \u201eStimme\u201c, die ihm den Weg zeigt. Nur so kann er die drei\u00dfig Silberlinge um seinen Hals langsam loswerden und seine Bu\u00dfe tun. Wer jetzt immer noch nicht drauf kommt \u2013 der Gute folgte einst mit elf anderen Herren einem armen Prediger durch Galil\u00e4a und hie\u00df mit Familiennamen Ischariot. Auf einer seiner ersten Missionen versucht er, dem Polizisten Jim Corrigan dabei zu helfen, seine entf\u00fchrte Frau zu finden \u2013 nur, um ihn direkt in den Tod zu f\u00fchren. Der verst\u00e4ndlicherweise erboste Corrigan wird zu Spectre, einem ebenfalls mysteri\u00f6sen Ratgeber aus dem Jenseits, der Rache am Stranger schw\u00f6rt. Auch Rachel, Tochter des D\u00e4mons Trigon, liefert der Stranger wieder an ihren Vater aus, vor dem sie eigentlich geflohen war, bevor er als Hilfsdient f\u00fcr Dr. Thirteen den Haunted Highwayman (eine Art durchgeknallten Ghostrider) plattmacht.<\/p>\n<p>Immer wieder erleben wir den Stranger dazwischen in h\u00e4uslichen Szenen in seiner menschlichen Gestalt als Phil Stark, der sich liebevoll um Frau und Kinder k\u00fcmmert und so den einzigen Halt findet. Diese Heimstatt bricht j\u00e4h zusammen, als die Familie Stark entf\u00fchrt wird. Auf der Suche nach ihnen kreuzt der Stranger die Wege des wie immer saucoolen Hellblazer John Constantine, der mit seiner Justice League Dark \u2013 bestehend aus der sexy Zauberin Zatannah, Deadman, Frankenstein, Black Orchid und Madame Xanadu \u2013 zuerst abblitzt, dann aber die einzige Rettung ist: als Stark von Dr. Thirteen und The Question mit der Lanze des Longinus durchbohrt wird, der Waffe, die eins Jesus am Kreuz das Herz durchstie\u00df, scheint die Seele des Strangers verloren. Zur\u00fcckgeholt durch die Nightmare Nurse (falls ihr jemals krank seid, w\u00fcnscht Euch DIE Tante \u2013 die weckt Tote auf, versprochen!!), pokert der Stranger mit diversen D\u00e4monen um eine Spur zu seiner Familie, bis er endlich erf\u00e4hrt, wo seine Lieben sich aufhalten: der Sin-Eater hat sie in die H\u00f6lle geschafft, und von dort kann sie nur das ultimative Opfer wieder befreien. Hier laufen nun auch alle F\u00e4den der Storyline zusammen \u2013 der Sin-Eater ist niemand anders als der reale Phil Stark, ein biederer B\u00fcrgersmann, der im zweiten Leben ein psychopathischer Massenm\u00f6rder war, den der Stranger aus dem Weg r\u00e4umte, bevor er seine eigene Familie massakrieren konnte. Genau damit wiedersetzte er sich aber der \u201eStimme\u201c, die ihm eigentlich befohlen hatte, Stark gew\u00e4hren zu lassen, anstelle in seine Rolle zu schl\u00fcpfen. In einem atemberaubenden Finale jagt der Stranger buchst\u00e4blich durch Himmel und H\u00f6lle und muss schlie\u00dflich erkennen, dass sein Traum, seine Wanderung irgendwann zu beenden, wohl unerreicht bleiben muss\u2026<\/p>\n<p>Weitab von platter Mystery-Masche pr\u00e4sentieren DiDio und DeMatteis hier eine dichte Mischung aus Horror, Action und Superhelden, wobei neben den teilweise durchaus selbstironischen Z\u00fcgen (wie etwa das \u201eHouse Of Mystery\u201c, in dem Herr Constantine wohnt, oder die herrlich nymphomanische Kranke(n)schwester, und die Tatsache, dass Gott als s\u00fc\u00dfer Fifi auftaucht) die existentialistischen Fragestellungen von Schuld und S\u00fchne faszinieren \u2013 nicht umsonst zitiert der Sin-Eater h\u00f6chstpers\u00f6nlich Dostojewski, dessen Br\u00fcder Karamasow feststellen, die wahre H\u00f6lle sei die Unf\u00e4higkeit, jemanden zu lieben. Die H\u00f6lle ist nach Gottes eigenen Worten nicht von ihm erschaffen, sondern von den Menschen selbst gemacht, sie ist das f\u00fcr jeden pers\u00f6nlich schlimmste vorstellbare \u2013 das wussten auch Sartre und Camus schon. Literarisch anspielungsreich (wie etwa im Titel des letzten Kapitels, \u201eParadise Found\u201c), bieten die Autoren keine eindimensionalen Antworten, sondern ambivalente Pers\u00f6nlichkeiten und einen zutiefst zerrissenen Anti-Helden, der dazu verdammt ist, stets das Gute zu wollen und doch das B\u00f6se zu schaffen, und dabei das Einzige aufgeben muss, was er jemals wahrlich geliebt hat. Wenn das mal keine veritable Tragik ersten Ranges ist.<\/p>\n<p>In diesem wahrlich fetten Band vereint Panini insgesamt elf Original-Hefte (die Nummer 0-10 der US-Phantom Stranger-Ausgaben von November 2012 bis Oktober 2013), die auf den Trinity War zwischen der Justice League, der Justice League Of America und der Justice League Dark vorbereiten. Reichlich Lesefutter, nicht nur f\u00fcr Freunde der Mystery-Spielart also, das sich lohnt. (hb)<\/p>\n<p>Phantom Stranger, Band 1: Ein Fremder unter uns (Panini)<br \/>\nText: Dan DiDio, J.M. DeMatteis<br \/>\nBilder: Brent Anderson, Philip S. Tan, Gene Ha<br \/>\n236 Seiten in Farbe, Softcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n19,99 Euro<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D1335\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1335\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Phantom Stranger, Band 1 (Panini) &raquo; Comicleser #Brent Anderson #Constantine #Dan DiDio #DC # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatloser Wanderer zwischen den Welten. Auf ewig Verdammter. Gottesm\u00f6rder. 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