{"id":13127,"date":"2024-12-02T13:46:57","date_gmt":"2024-12-02T11:46:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13127"},"modified":"2024-12-02T13:46:57","modified_gmt":"2024-12-02T11:46:57","slug":"ava-die-barfuessige-graefin-schreiber-leser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=13127","title":{"rendered":"Ava &#8211; Die barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin (Schreiber &#038; Leser)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"298\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Ava_WEB.jpg\" alt=\"Ava - Die barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin (Verlag Schreiber &amp; Leser)\" class=\"wp-image-13128\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Ava_WEB.jpg 298w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Ava_WEB-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Brasilien, 7. September 1954: die Filmdiva Ava Gardner schwebt auf dem Flughafen von Rio ein, begleitet von einem kleinen Hofstaat. Auf Einladung eines \u00f6rtlichen Medienmachers will man den aktuellen Streifen der Dame promoten, der unter dem Titel \u201eDie barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin\u201c in die Kinos kommt. Schon die Ankunft verl\u00e4uft reichlich chaotisch, die Diplomatenp\u00e4sse sind nicht da, die erfolgsverw\u00f6hnte Schauspielerin sieht sich von tobenden Fans best\u00fcrmt, das Hotel entspricht nicht dem Gusto der Dame. Als dann auch noch Avas Noch-Ehemann Frank Sinatra anruft und freim\u00fctig berichtet, dass er sich gerade anderweitig vergn\u00fcgt, greift Ava wie sonst auch gerne zum Whisky.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag berichten die Zeitungen gen\u00fcsslich und weitgehend frei erfunden \u00fcber angebliche Randale und deplatziertes Benehmen des Gastes aus den imperialistischen USA. Ava versucht, die Wogen mit einer Pressekonferenz zu gl\u00e4tten, aber das geht reichlich schief. Zu allem \u00dcberfluss lauert ihr des Nachts auch noch ihr gl\u00fchender Verehrer Howard Hughes auf, der ihr wieder einmal einen Heiratsantrag macht, reich beschenkt und derartig bedr\u00e4ngt, dass sie sich handgreiflich zur Wehr setzen muss. Als dann auch noch Avas Zofe Rene in einen Erpressungsversuch durch Untergrund-Revoluzzer ger\u00e4t, ist das Ma\u00df voll: quasi in beiderseitigem Einverst\u00e4ndnis bricht man den Besuch ab und reist weiter zum n\u00e4chsten Stopp\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Ava Gardner geh\u00f6rte in den 40er und 50er Jahren zu den glanzvollsten Figuren, die die Traumfabrik von Hollywood zu bieten hatte. Nach eigenen Worten keine begnadete Schauspielerin, stieg das M\u00e4dchen, das in North Carolina in einfachen Verh\u00e4ltnissen aufwuchs, durch ihre sprichw\u00f6rtliche Sch\u00f6nheit zum <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9839\" data-type=\"post\" data-id=\"9839\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Inbegriff des Glamour-Stars<\/a> auf. Neben der Leinwand \u2013 wo Gardner mit Gr\u00f6\u00dfen wie Burt Lancaster (\u201eThe Killers\u201c von 1946), Gregory Peck (\u201eSchnee am Kilimandscharo\u201c von 1952) und <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=12382\" data-type=\"post\" data-id=\"12382\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Clark Gable<\/a> (\u201eMogambo\u201c, 1954) auftrat \u2013 machte Gardner auch durch ein st\u00fcrmisches Privatleben von sich reden: nach diversen kurzlebigen Ehen heiratete sie Frank Sinatra, dessen Stern zu sinken begann. Aufgrund permanenter Seitenspr\u00fcnge des Entertainers, der Gardner immerhin seinen gr\u00f6\u00dften Film-Erfolg zu verdanken hatte \u2013 die Rolle in \u201eFrom Here To Eternity\u201c ergatterte er auf ihre Intervention hin \u2013 ging allerdings auch diese Beziehung in die Br\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p>Stetige Avancen machte ihr in der Tat auch der Technik- und Film-Mogul Howard Hughes, dessen gro\u00dfz\u00fcgige Angebote Ava allerdings nie annahm (ob es aber jemals zu einer heftigen Konfrontation wie in dieser Graphic Novel dargestellt kam, bleibt im Nebel des Zelluloids verborgen). Tatsache ist, dass \u201eDie barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin\u201c, im Original \u201eThe Barefoot Contessa\u201c, von Veteran Joseph L. Mankiewicz in der Figur der Maria Vargas eine kaum kaschierte Abrechnung mit dem <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756\" data-type=\"post\" data-id=\"8756\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Star-Mythos<\/a> darstellt, der recht nahe an realen Stars und Sternchen wie Rita Hayworth (der die Rolle zuerst angeboten wurde) und eben Ava Gardner gezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Seite von Humphrey Bogart lieferte Gardner (die hier gerne ebenfalls ihre Schuhe ablegt) ihre wohl beste Leistung ab, auch wenn, so legen es ihr Emilio Ruiz und Ana Miralles (u.a. \u201eDjinn\u201c, ebenfalls bei Schreiber &amp; Leser) in ihrer Darstellung der turbulenten zwei Tage in Rio in den Mund, sie unter dem \u00f6ffentlichen Urteil voller Doppelmoral und der st\u00e4ndigen Hatz durch Journalisten litt: \u201eIch wusste genau, dass dieser Film nichts weiter ist als eine traurige Parodie auf mein Leben. L\u00fcgen, gestrickt aus Halbwahrheiten. Darin liegt doch die Kunst des Kinos, oder?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ruiz und Mirall\u00e8s liefern damit nicht nur ein faszinierendes kleines St\u00fcck Filmgeschichte, frei erz\u00e4hlt nach realen Motiven, sondern auch einen klugen Kommentar auf die Doppelb\u00f6digkeit <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=12478\" data-type=\"post\" data-id=\"12478\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">der Filmfabrik<\/a>, die Tr\u00e4ume herstellt und verkauft, was den Protagonisten zwar Ruhm und Reichtum, aber nicht unbedingt Gl\u00fcck schenkt. Optisch erscheint das Rio der 50er Jahre atmosph\u00e4risch sicher eingefangen, mit ikonischen Ausblicken wie etwa vom Zuckerhut herunter auf die Copacabana, ebenso wie die legend\u00e4re Gestalt der Ava beeindruckend und leicht stilisiert durch die Seiten schwebt. Damit eine faszinierende Vignette aus der Bl\u00fctezeit des <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9253\" data-type=\"post\" data-id=\"9253\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">klassischen Kinos<\/a>, die Laune macht, die Gr\u00e4fin ohne Schuhe wieder einmal zu entdecken. (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.schreiberundleser.de\/index.php?main_page=index&amp;cPath=12&amp;zenid=b54ce0d684f96022290c13db3d8604a7#tag845\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.schreiberundleser.de\/index.php?main_page=index&amp;cPath=12&amp;zenid=b54ce0d684f96022290c13db3d8604a7#tag845\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ava &#8211; Die barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin<\/a><br>Text &amp; Story: Emilio Ruiz<br>Bilder: Ana Miralles<br>112 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Verlag Schreiber &amp; Leser<br>24,80 Euro ISBN: 978-3-96582-166-8<br><\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D13127\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=13127\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Ava &#8211; Die barf\u00fc\u00dfige Gr\u00e4fin (Schreiber &#038; Leser) &raquo; Comicleser #Ana Miralles #Ava [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brasilien, 7. 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