{"id":12432,"date":"2024-03-19T14:00:16","date_gmt":"2024-03-19T12:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=12432"},"modified":"2024-03-19T14:05:27","modified_gmt":"2024-03-19T12:05:27","slug":"eckstein-eckstein-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=12432","title":{"rendered":"\u201eEckstein, Eckstein\u2026 (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Eckstein_Lepage_WEB.jpg\" alt=\"Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-12433\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Eckstein_Lepage_WEB.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Eckstein_Lepage_WEB-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u2026alles muss versteckt sein\u201c. So lautet der Titel der neuen Graphic Novel von Emmanuel Lepage, die mit \u00fcber 300 Seiten weit umfangreicher als ihre Vorg\u00e4nger gestaltet ist. Wieder handelt es sich um <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8247\" data-type=\"post\" data-id=\"8247\" target=\"_blank\">einen Reisebericht<\/a>. Aber diesmal keine Reise im geographischen Sinne. Vielmehr erz\u00e4hlt der m\u00e4chtige Band eine Reise in die Vergangenheit, in die Kindheit des Autors und Zeichners. Ein autobiographisches Werk also. Denn Lepage verbrachte die ersten Jahre in einer Gemeinschaft, bestehend aus sechs Familien, die auf einem riesigen Grundst\u00fcck namens Gille Pesset auf dem Land n\u00f6rdlich von Rennes <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6972\" data-type=\"post\" data-id=\"6972\" target=\"_blank\">in der Bretagne<\/a> lebten, inspiriert von der Bewegung namens \u201eLa Vie Nouvelle\u201c (Neues Leben). Diese v.a. in Frankreich ab 1947 entstandene unabh\u00e4ngige Volksbildungsbewegung sollte und soll die pers\u00f6nliche Entwicklung eines jeden einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft f\u00f6rdern und diese damit voranbringen, mit philosophischen, politischen und spirituellen Richtlinien. Ungleichheit und Ungerechtigkeit soll damit begegnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Klingt recht trocken &#8211; und ist es auch in Teilen des Bandes. Denn Lepage verbringt anfangs viel Zeit mit Erkl\u00e4rungen, berichtet ausgiebig \u00fcber die Vorl\u00e4ufer und die Historie der Bewegung und schildert etliche philosophische Betrachtungen und Diskurse, die die Akteure miteinander f\u00fchren. Das wirkt immer wieder wie ein Sachbuch, eine Dokumentation und erzeugt dadurch auch einige L\u00e4ngen. Man muss dranbleiben, wobei man hier und da mit ganzseitigen, opulent gestalteten Natur-Panoramen belohnt wird, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=743\" data-type=\"post\" data-id=\"743\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">die Lepages Werke<\/a> so sehr auszeichnen. Nat\u00fcrlich will Lepage in dem naturgem\u00e4\u00df sehr pers\u00f6nlichen Band nun als Erwachsener wissen, warum man 1966 ein Leben in der Gemeinschaft anstrebte. Er will Hintergr\u00fcnde kennenlernen und damit die Vergangenheit und Herkunft der Bewohner, in erster Linie seiner Eltern Jean-Paul und Marie-Th\u00e9r\u00e8se Lepage.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu spricht Lepage mit allen Familien von damals, die mehr und manchmal weniger bereit sind, \u00fcber die Jahre in Gille Pesset zu reden. Im Zentrum stehen dabei seine Eltern \u2013 sein Vater, der als uneheliches Kind eine schwierige Jugend hatte und lange brauchte, um seinen Platz im Leben zu finden, gepr\u00e4gt von christlichen Vereinigungen und Clubs. Und die Mutter, jetzt Malerin, die als Kind im Dezember 1948 mit ansehen musste, wie sich ihr gro\u00dfer Bruder Yves aus unbekannten Gr\u00fcnden das Leben nahm. Bis es dann zur Schilderung seiner Kindheit aus Sicht von Emmanuel kommt, erfahren wir u.a., welche Rolle das Zweite Vatikanische Konzil f\u00fcr die Gemeinschaft spielte und welchen Einfluss das ebenfalls in der Bretagne liegende Kloster in Boquen mit dessen reformistischen und damit umstrittenen Prior Bernard Besret hatte, den Lepage auch interviewt.<\/p>\n\n\n\n<p>1974 erfolgt dann der Bruch, die Gemeinschaft beginnt an sich selbst zu scheitern, begleitet von einer gro\u00dfen Aussprache, in der alle ihre v\u00f6llig unterschiedlichen Erwartungen und Erfahrungen, positive wie negative, schildern. Und Emmanuel selbst wird gepr\u00e4gt von seiner anf\u00e4nglichen Sehbehinderung (er schielt) und entdeckt fr\u00fch \u00fcber <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4711\" data-type=\"post\" data-id=\"4711\" target=\"_blank\">Herg\u00e9s Tim<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9217\" data-type=\"post\" data-id=\"9217\" target=\"_blank\">Lucky Luke<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9478\" data-type=\"post\" data-id=\"9478\" target=\"_blank\">Jules Verne<\/a> seinen Hang zur malenden und erz\u00e4hlenden Kunst. In <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2996\" data-type=\"post\" data-id=\"2996\" target=\"_blank\">Lepages Zeichnungen<\/a> dominieren Braun- und Graut\u00f6ne, wahlweise dezent oder kr\u00e4ftig eingesetzt. Dann folgen die ersten Erinnerungen aus der Kindheit, mit einem Male in kr\u00e4ftigen bunten Farben geschildert. Die Natur und damit gleichsam die Seiten bl\u00fchen auf. Es wird f\u00fcr kurze Episoden immer wieder unbeschwert. Die Kinder erkunden die weitl\u00e4ufige, wilde Umgebung. Sie spielen und toben rund um ihre Heimat auf dem riesigen Grundst\u00fcck. Diverse visuelle Kniffe, wie Erinnerungen, die als Puzzleteile dargestellt sind, unterstreichen dann wieder die erz\u00e4hlerische und zeichnerische Klasse Lepages. Somit ein nicht immer leichter, aber stets pers\u00f6nlicher Band mit Lepage selbst als Teil der Geschichte. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/eckstein-versteckt-sein.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/eckstein-versteckt-sein.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein<\/a><br>Text &amp; Bilder: Emmanuel Lepage<br>312 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>45 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-98721-164-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D12432\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=12432\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"\u201eEckstein, Eckstein\u2026 (Splitter) &raquo; Comicleser #Alles muss versteckt sein #Eckstein #Einze [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026alles muss versteckt sein\u201c. 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