{"id":1217,"date":"2013-12-27T12:25:33","date_gmt":"2013-12-27T10:25:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1217"},"modified":"2014-08-20T14:00:11","modified_gmt":"2014-08-20T12:00:11","slug":"jack-the-ripper-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1217","title":{"rendered":"Jack the Ripper (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1218\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jack-the-Ripper.jpg\" alt=\"Jack the Ripper\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jack-the-Ripper.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jack-the-Ripper-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Serienm\u00f6rder gehen immer \u2013 und um kaum einen anderen Vertreter dieses Metiers ranken sich mehr Mythen und Theorien als um den Durchgeknallten, der im London des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts diverse leichte M\u00e4dchen auf abscheulichste Art und Weise erst ins Jenseits bef\u00f6rderte und dann nach allen Regeln der (chirurgischen?) Kunst regelrecht ausweidete. Ma\u00dfgeblichen Anteil an dieser andauernden Faszination hat zweifelsohne die Tatsache, dass der T\u00e4ter trotz seiner Dreistigkeit und seiner provozierenden Briefe an Scotland Yard (stets signiert mit \u201efrom hell\u201c und einem h\u00f6hnischen \u201ecatch me if you can\u201c) nie gefasst wurde. Ein Mitglied der k\u00f6niglichen Familie sei es, oder der Hofarzt Dr. Gull, oder einfach nur ein Psychopath, der seinen pathologischen Hass auf Frauen in brutalster Form auslebte. Stoff genug also f\u00fcr zahlreiche Verfilmungen, und auch im Medium Comic durfte man davon ausgehen, dass eigentlich alles gesagt war: in seiner \u00fcblichen, unglaublichen Akribie und Kenntnis schuf Alan Moore mit From Hell ein monumentales Panorama des viktorianischen England und seines wohl infamsten Verbrechers. Umso \u00fcberraschender ist es, dass Francois Debois tats\u00e4chlich das Kunstst\u00fcck gelingt, neue Facetten in die sattsam bekannte Story zu bringen.<\/p>\n<p>In seiner Fassung gibt ein sterbender Inspektor Frederick Abberline zu Tagebuch-Protokoll, dass er selbst Jack the Ripper sei \u2013 eine zun\u00e4chst schwerlich glaubhafte, neue These, die Debois im Anschluss allerdings durchaus \u00fcberzeugend ausbreitet. Nach den ersten Morden, die auch in dieser Fassung von Dr. Gull und seinem Assistenten John Netley begangen wurden \u2013 allerdings in fremdem Auftrag von durchaus unerwarteter Seite \u2013 stellt sich heraus, dass es nicht nur einen Jack, sondern zahlreiche \u201eRipper\u201c gibt, die in England, Frankreich und sogar den USA ihr Unwesen treiben, auch lange nachdem die ersten Whitehall-Vorf\u00e4lle l\u00e4ngst gekl\u00e4rt scheinen. Abberline reist nach Paris, wo er sich alsbald im Zentrum eines Komplotts wieder findet, das in vordergr\u00fcndig wissenschaftlicher Mission die Hypnose als Heilmittel gegen \u201eHysterien\u201c erforscht und dabei Menschen nicht nur zu willenlosen Marionetten, sondern auch zu kaltbl\u00fctigen, psychotischen M\u00f6rdern macht.<\/p>\n<p>Neben den komplexen, aber immer dichten und faszinierenden Story \u00fcberzeugt dieser Beitrag zu einem eigentlich \u00fcberv\u00f6lkerten Sujet durch die atmosph\u00e4risch stimmige Inszenierung durch den Neuling Jean-Charles Poupard, der sein London und Paris von 1888 Jahre eng angelehnt an David Leans Oliver Twist, diverse Horrorklassiker, Jack the Ripper-Filme und Martin Scorseses Gangs Of New York durchgehend schmutzig-neblig ausbreitet. Gerade im Bau befindliche architektonische Meilensteine wie die Tower Bridge oder der Eiffelturm geben nicht nur historisches Kolorit von Metropolen an der Schwelle zur Moderne ab, sondern bilden jeweils den Schauplatz dramatischer Wendepunkte der Story. Farblich dominieren d\u00fcstere Pastelle, kontrastiert mit knalligem Blutrot, in teilweise gro\u00dffl\u00e4chigen, expressiven Panels. Bei allem Realismus bleibt immer gen\u00fcgend Raum f\u00fcr Stilisierung, um optisch eine gelungene Mischung aus historischer Verortung und dramatischer \u00dcberformung zu erschaffen.<\/p>\n<p>Splitter legt die beiden B\u00e4nde Blutsbande und Das Hypnose-Protokoll in einer Doppelausgabe (das neue Double-Format, <a title=\"Asgard (Splitter)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1178\" target=\"_blank\">siehe Asgard<\/a>) vor, so dass dem Lesevergn\u00fcgen keinerlei Grenzen gesetzt sind. (hb)<\/p>\n<p>Jack the Ripper<br \/>\nText: Francois Debois<br \/>\nBilder: Jean-Charles Poupard<br \/>\n112 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n22,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-86869-694-3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D1217\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1217\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Jack the Ripper (Splitter) &raquo; Comicleser #Double #Francois Debois #Gesamtausgabe #Horror #Jac [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serienm\u00f6rder gehen immer \u2013 und um kaum einen anderen Vertreter dieses Metiers ranken sich mehr Mythen und Theorien als um den Durchgeknallten, der im London des sp\u00e4ten 19. 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