{"id":10701,"date":"2022-09-14T12:47:32","date_gmt":"2022-09-14T10:47:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10701"},"modified":"2022-09-14T12:47:32","modified_gmt":"2022-09-14T10:47:32","slug":"letat-morbide-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10701","title":{"rendered":"L\u2019\u00c9tat Morbide (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Etat-Morbide_WEB.jpg\" alt=\"L\u2019\u00c9tat Morbide \u2013 Ein Gro\u00dfstadt-Martyrium (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-10702\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Etat-Morbide_WEB.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Etat-Morbide_WEB-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Irgendwie hat sie etwas anziehendes, die d\u00fcstere, leerstehende Wohnung in dem nicht minder d\u00fcsteren Mietshaus. Zumindest f\u00fcr Charles, seines Zeichens aufstrebender Comiczeichner. Ohne lange zu \u00fcberlegen mietet er sich dort ein, trotz der seltsamen Concierge, die ihm die Wohnung nicht gerade schmackhaft macht \u2013 zumal sich der Vormieter darin erh\u00e4ngte. Doch Charles l\u00e4sst sich nicht abschrecken und hofft durch die im Haus und in den R\u00e4umen herrschende morbide Stimmung auf Inspiration. Ein Kalk\u00fcl, das nicht aufgeht. Bald plagt ihn eine Schreib- und Zeichenblockade, sein Verleger dreht den Geldhahn zu. Doch auch seine Freundin Alba vermag ihn nicht umzustimmen, die inzwischen \u00fcbel riechende und Kakerlaken verseuchte Wohnung zu verlassen. Dann entdeckt Charles das verborgene Tagebuch seines ungl\u00fccklichen Vorg\u00e4ngers und muss erkennen, dass mit dem Haus und seinen Mietern irgendetwas ganz und gar nicht stimmen kann\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles ist nur der Auftakt zu einem Alptraum &#8211; nein, zu mehreren Alptr\u00e4umen &#8211; nicht nur f\u00fcr den Protagonisten, sondern auch f\u00fcr den Leser. Denn jedes der drei in dieser Gesamtausgabe enthaltenen Alben schl\u00e4gt eine andere Richtung ein, inklusive diverser \u00fcberraschenden Wendungen, blutigen Scharaden und aberwitzigen Motiven, wobei man stets hinterfragt, was real ist und was nicht. Was ist &#8211; im wahrsten Sinne &#8211; Theater, wo wird Charles, seiner Clique um Alba und uns Leser etwas vorgegaukelt und wo nicht? Die nicht immer rationalen oder nachvollziehbaren Entscheidungen und Handlungen von Charles passen dabei in dieses diffuse Schema, wobei Autor und Zeichner Daniel Hulet (1945 \u2013 2011) in jedem der drei Teile visuell immer wieder furios abdriftet und damit seine Zeichenkunst, wie auch seine \u201eungew\u00f6hnliche\u201c Fantasie unter Beweis stellt. Sei es durch das Eintauchen in Charles\u2018 neuen SF\/Horror-Comic, den apokalyptischen Alptraum, der die Clique heimsucht oder die surreale Waterloo-Episode im letzten Kapitel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine der ungew\u00f6hnlichsten Signierstunden auf dem <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10467\" data-type=\"post\" data-id=\"10467\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Comic-Salon in Erlangen<\/a>. 2004 d\u00fcrfte es gewesen sein, als Daniel Hulet dort zu Gast war und seine Alben am Stand von Ehapa signierte. Ganz in schwarz gekleidet zeichnete er auf der schwarzen Umschlagseite Monster. Mit einem schwarzen Stift\u2026 sp\u00e4testens da war offensichtlich: das Morbide, Abseitige ist ganz sein Ding. Dabei fing Hulet ganz klassisch an \u2013 mit \u201ePharaon\u201c, einer typischen franko-belgischen Abenteuerserie, die auch in Zack erschien, geschrieben von Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau (u.a. <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6791\" data-type=\"post\" data-id=\"6791\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eRick Master\u201c<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1131\" data-type=\"post\" data-id=\"1131\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eBruce J. Hawker\u201c<\/a>), gefolgt von \u201eDer Weg zum Ruhm\u201c, einer Reihe, die er gemeinsam mit Jan Bucquoy f\u00fcr das Historien- Comic-Magazin V\u00e9cu entwickelte. Mit \u201eL\u2019\u00c9tat Morbide\u201c, bei uns zwischen 1988 und 1993 erstmals erschienen, tauchte er dann vollends in das Phantastische ein. Es folgen die Dreiteiler \u201eImmondys\u201c \u2013 noch wesentlich abstrakter und sperriger, nicht nur was das quadratische Format betrifft und danach \u201eExtra Muros\u201c, wieder etwas kommerzieller und zug\u00e4nglicher (auch damals bei Ehapa erschienen).<\/p>\n\n\n\n<p>Gegenw\u00e4rtig erfahren die Werke des mit 66 Jahren zu fr\u00fch verstorbenen Hulet bei uns eine Renaissance. Neben dieser Gesamtausgabe erscheint im All Verlag \u201ePharaon\u201c in hochwertigen Einzelalben und Finix brachte j\u00fcngst \u201eDer Weg zum Ruhm\u201c in einer ebenfalls ansprechenden Gesamtausgabe heraus. Daniel Hulets Zeichenstil erinnert an den von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9436\" data-type=\"post\" data-id=\"9436\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hermann<\/a>, als dieser noch nicht direkt kolorierte und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4881\" data-type=\"post\" data-id=\"4881\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mit dem Rapidographen<\/a> arbeitete \u2013 ein nerv\u00f6ser, d\u00fcnner und wiedererkennbarer Strich, der gerne Alptr\u00e4ume formt. Die Panels sind schief und nie starr angeordnet, die Zwischenr\u00e4ume durchgehend in schwarz gehalten, was die Grundstimmung samt d\u00fcsterer Farbgebung noch unterstreicht. \u201eL\u2019\u00c9tat Morbide\u201c bleibt eine skurrile und verst\u00f6rende Achterbahnfahrt, in der R\u00e4tsel und Unergr\u00fcndliches den Reiz ausmachen und nicht deren Aufl\u00f6sung. David Lynch h\u00e4tte seine Freude daran. Der ausf\u00fchrliche Anhang von Paul Herman schildert den Werdegang Hulets, betrachtet seine Werke und setzt sie in den Kontext der historischen belgischen Phantastik. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/letat-morbide-gesamtausgabe.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/letat-morbide-gesamtausgabe.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">L\u2019\u00c9tat Morbide \u2013 Ein Gro\u00dfstadt-Martyrium<\/a><br>Text &amp; Bilder: Daniel Hulet<br>160 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>39,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96792-366-7<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D10701\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10701\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"L\u2019\u00c9tat Morbide (Splitter) &raquo; Comicleser #Daniel Hulet #Einzelband #Fantasy #Gesamtausgabe  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie hat sie etwas anziehendes, die d\u00fcstere, leerstehende Wohnung in dem nicht minder d\u00fcsteren Mietshaus. 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